Presseberichte der Veranstaltung mit Seiner Heiligkeit Gyalwang Drukpa im Januar 2008 in Hofheim bei Frankfurt

.

‚Auch Zähneputzen ist ein geistliches Ritual’

 - Wiesbadener Kurier     10.01.2008

Inkarnation des Buddha will Spiritualität in den Alltag eines jeden Menschen integrieren

HOFHEIM Zum 3. Mal war der XII. Gyalwang Drupka, die Inkarnation des Buddha, in der Hofheimer Stadthalle zu Gast und sprach dort über Spiritualität, Materialismus und seine Schwäche für einen Einkaufsbummel. Es war einer von zwei Stopps in Deutschland.

Von Hendrik Jung

 

 

Ein spirituelles Leben im Alltag führen. Wie das gelingen kann, darüber referierte der oberste Leiter der buddhistischen Drukpa-Linie, der XII. Gyalwang Drukpa, in einem voll besetzten Saal der Hofheimer Stadthalle. Fast 200 Menschen waren gekommen, um den Vortrag zu hören. Manche von ihnen waren mehrere hundert Kilometer weit angereist. Es war einer von nur zwei Terminen, die den Buddhisten im Rahmen seiner Europa-Tournee nach Deutschland führten.

Ehrfurchtsvoll erhoben sich alle Anwesenden als seine Heiligkeit den Saal betrat und auf der mit leuchtenden Tüchern und Pflanzen geschmückten Bühne seinen Platz einnahm. Denn obwohl der XII. Gyalwang Drukpa im Westen wohl weniger Menschen bekannt ist, so ist er doch “genau wie der Dalai Lama, die Inkarnation des obersten Leiters einer Schule des tibetischen Buddhismus”, erläuterte Stefan Simon vom deutschen Drukpa-Verein. Die Unterschiede in der jeweiligen Lehre seien für den Außenstehenden allerdings kaum zu erkennen.

Mit dem Interesse an dem bereits dritten Besuch seiner Heiligkeit in Hofheim zeigte sich Simon sehr zufrieden: “Es werden von Mal zu Mal mehr Menschen.” Unter diesen befand sich auch Yuki Koyama, die mit Freunden aus Erlangen angereist war. Die gebürtige Japanerin nahm zum ersten Mal an einem solchen Vortrag teil. “Wir sind zwar Buddhisten in Japan, leben das aber nur passiv”, erklärt sie. Ihr Kommen hat sie nicht bereut. Sie freute sich über die klare Sprache des Vortrags und die Botschaft, “dass wir im Alltag spirituell sein können, ohne religiös zu sein”.

Während sie wohl direkt der englischen Ansprache seiner Heiligkeit folgte, hatten die Übrigen die Möglichkeit seine Botschaft auch in einer Übersetzung ins Deutsche zu hören. Dorje Lhamo, die mit dieser Aufgabe betraut war, gelang es dabei hervorragend, die Gedanken des Vortragenden in eine bildhafte und klare Sprache zu übertragen. Grundlage des Vortrags, der sich keineswegs nur an Buddhisten sondern auch an alle Anders- und auch Nichtgläubigen richtete, war die Feststellung, dass Religion und Spiritualität nicht das Selbe sind. Religion sei nur die Brücke zu wahrer Spiritualität, die sich in jedem Moment menschlichen Daseins wieder finde. Daher sei es wichtig, auch weltliche Rituale wie das morgendliche Zähne putzen sehr bewusst durchzuführen, betonte seine Heiligkeit. Denn jede Handlung sei fatal, wenn sie in einer unverständigen Art erfolge.

Spiritualität benötige keine Priesterschaft, sondern die Beschäftigung mit sich selbst auf eine sehr präzise, vorurteilsfreie Weise. Vor allem dann, wenn man sich ärgere oder unter einem Verlangen leide. Durch das Hinterfragen, woher die Ursachen für solche Gefühlsregungen stammen, entstehe die Möglichkeit, die ansonsten daraus entstehenden Probleme zu vermeiden.

Der Laie in seinem Leben in der Gesellschaft habe dabei viel mehr Gelegenheit zu Üben, als ein Mönch im Kloster. Es gehe ihm auch gar nicht darum, dass die Menschen ihren Lebensstil veränderten, sondern, dass sie Spiritualität in ihr Leben integrierten. Dabei sei es wichtig, die richtige Balance zwischen Spiritualität und Materialismus zu finden, da beides im Extrem schädlich sei. Seine Kritik an einer materiellen Sichtweise beschränkte sich denn auch darauf, dass sie in unserer Gesellschaft überwiegt.

Dass auch seine Heiligkeit eine Schwäche für Einkaufsbummel hat, war eine der überraschenden Erkenntnisse, die er in der abschließenden Fragerunde vermittelte. Dabei gelang es ihm sehr geschickt darzustellen, dass auch er selber noch an sich arbeiten müsse, vielleicht mehr als das Publikum.

 

‚Mitgefühl und Frieden praktizieren’

- vom 11-01-08

Seine Heiligkeit der XII. Gyalwang Drukpa zu Gast

HOFHEIM (ims) – Eine lebendige Erfahrung mit tibetischem Buddhismus konnte vergangenes Wochenende in der Stadthalle gemacht werden. Bereits zum dritten Mal besuchte seine Heiligkeit der XII. Gyalwang Drukpa die Kreisstadt, um neben einem Vortrag über spirituelles Leben im Alltag, eine sogenannte “Belehrung und Einweihung” zu geben. Zu beiden Veranstaltungen reisten zahlreiche Besucher nicht nur aus der näheren Umgebung an.

Dabei wurden die Zuhörer in Meditationsübungen und dem Singen von Mantras als konzentrative Gebetshaltung angeleitet. Im letzten Teil der Belehrung gab das Oberhaupt der Drukpa Tradition eine traditionelle Einweihung, in der “Tara”, der Buddha des Mitgefühls, visualisiert wurde.

“Dieser Tag war sehr friedlich”, freute sich seine Heiligkeit Gyalwang Drukpa.

Der spirituelle Lehrer unterstützt neben seiner spirituellen Tätigkeit viele humanitäre Projekte vor allem in der Himalaya-Region. Durch die Gründung von Schulen und Bereitstellung kostenloser medizinischer Versorgung wird konkret den Armen geholfen.

Um die Bereitschaft zu fördern, sich helfend im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu betätigen, hat Gyalwang Drukpa die Initiative “Live to Help – Leben um zu helfen” weltweit ins Leben gerufen.

Veranstaltet wurde das Wochende mit seiner Heiligkeit Gyalwang Drukpa vom Drukpa Verein.

 

.

Januar 10, 2008 • Posted in: Aktuelles

Leave a Reply